Heizgradtage (Europäische Berechnung)
Die Heizgradtage gestatten Rückschlüsse auf den
klimabedingten Heizenergieverbrauch und dienen der Kontrolle
der Heizanlage. Dazu wird an jedem Heiztag - einem Tag mit
einer Tagesmitteltemperatur von weniger als 12 Grad Celsius-
erhoben, um wie viel die gemessene Aussenlufttemperatur von
der angestrebten Innenlufttemperatur von 20 Grad Celsius
abweicht. Die monatlichen Heiztage sind die Summe der
Differenzen zwischen Aussenlufttemperatur und angestrebter
Innenlufttemperatur für alle Heiztage des Monats.
Kühlengradtage
Berechnung: Liegt der Temperatur-Mittelwert des Tages über
dem Basiswert (18°C) wird die Differenz vom aktuellen
Mittelwert zum Basiswert zu den Kühlengradtagen addiert.
Wachstumsgradtage
Wachstumsgradtage sind eine heuristische Berechnung in der
Phänologie. Sie werden von Landwirten und Gärtnern
verwendet, um das Datum, wann eine Pflanze blüht oder
Getreide reift, vorauszusagen.
Wenn keine extremen Bedingungen wie außersaisonale Dürre
oder Krankheiten auftreten, wachsen Pflanzen in einer
kumulativen Weise, die stark durch die Umgebungstemperatur
beeinflußt wird. Wachstumsgradtage berücksichtigen Aspekte
des lokalen Wetters und ermöglichen Gärtnern, dass
Eintreffen der Pflanzenreife vorherzusagen (oder es in
Gewächshäusern gar zu steuern).
Berechnung: Liegt der Temperatur-Mittelwert des Tages über
dem Basiswert (5°C) wird die Differenz vom aktuellen
Mittelwert zum Basiswert zu den Wachstumsgradtagen addiert.
Grünlandtemperatur
Für die Landwirtschaft ist das Erreichen der
Grünlandtemperatur(-summe) von 200° C ein wichtiger
Indikator. Ist eine Summe von 200 erreicht,
kann mit der Feldarbeit begonnen werden. Ab diesem Zeitpunkt
kann der Boden wieder optimal Stickstoff aufnehmen und
umsetzten.
Berechnung:
Alle positiven Tagesmittel im Januar werden addiert und mit
0,50 multipliziert.
Alle positiven Tagesmittel im Februar werden addiert und mit
0,75 multipliziert.
Alle positiven Tagesmittel im März werden addiert.
Alle positiven Tagesmittel im April werden addiert.
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